ISBN: 978-3-86279-147-7 Größe: 13 x 20 cm Seitenzahl: 51 Seiten Gewicht: 86 Gramm Preis: 6,80 € inkl. MwSt Buchrücken » Das Buch bestellen:
| Raimund Dresel - Autor/in Prosecco und Poseidon
Inhalt O Du großer Poseidon Du Herrscher über die großen Weltmeere, der in seiner unendlichen Friedfertigkeit die traumhaftesten Meeresbuchten türkisfarben erstrahlen lässt, wo am Horizont die wundersamsten Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge erglühen. Herr über die paradiesischen Korallenriffe und die finstersten und entlegensten unerforschten Meerestiefen, über Tsunamis, Taifune, Seestürme, Seeungeheuer und Vulkanausbrüche am Meeresboden, der Du mit dem Dreizack die Wellen durchpflügst. Immer, wenn ich an einen Meeresstrand trete, werde ich von dir mit einem zarten Wellenschlag begrüßt. Aus dem Meer kommen wir, zum Meer kehren wir zurück. Was für eine weit verzweigte und demokratisch geordnete Götter-Welt hatten die alten Griechen und Römer. Da man vom Universum wenig kannte und der bekannte Lebensraum kaum weit über die Ausmaße des Mittelmeers hinausreichte, war auch die Götterwelt naturgemäß räumlich begrenzt. Das Problem dieser Religionsphilosophie war jedoch, dass es eine Religion der Schönen, Reichen, Mächtigen, Gesunden war, die ihr Leben mit Kriegführung, Politik, Philosophie und edlen Künsten verbrachten. Diese Lebensanschauung vergaß die Armen, die Kranken, die körperlich und geistig Schwachen, die Unterdrückten, für die es in der bestehenden Hierarchie der Götter keinen einzigen Ansprechpartner gab. Gerade das Römische Reich produzierte eine weitaus größere Zahl dieses unbeachteten Teils der Bevölkerung: Unterdrückte und ausgebeutete Völker, Sklaven, Kriegsveteranen, Invaliden. Die Philosophie des Christentums brachte plötzlich Hoffnung für die Seelen der Geschundenen und Hoffnung für die Hoffnungslosen. Es war endlich jemand da, zu dem alle Mühseligen und Beladenen kommen konnten und denen Erquickung versprochen wurde. Ein Messias, ein Heilsbringer war geboren. Er machte Kranke gesund, Blinde sehend, brachte Lahme zum gehen, er verwandelte Wasser in Wein und speiste nach der wunderbaren Brotvermehrung eine ganze Volksgruppe. Er versprach ein Leben nach dem Tode, sodass die irdischen Qualen und Benachteiligungen mit größerer Geduld ertragen werden konnten. Revolutionär war der Grundsatz: Liebe deinen nächsten wie dich selbst. Zu allen Zeiten gab es Verkörperungen von Gut und Böse in Form von Engel und Teufel. Himmel und Hölle als Belohnung oder Bestrafung für ein gutes oder menschenfreundliches Dasein auf der Erde. Höllenqualen erleidet mit Sicherheit derjenige, der in einer Folterkammer schrecklich gequält und verstümmelt wird, ebenso wer auf einem Scheiterhaufen verbrannt wird oder an einer schrecklichen Krankheit dahinsiecht. Die Androhung von schaurigen Höllenqualen im Hades für den bösen Buben oder auf der anderen Seite das Versprechen höchsten Glückszustandes für den, der ein gottgefälliges Leben führt, sollen die Menschen auf dem Pfad der Tugend halten. Sartre antwortete auf die Frage nach der Hölle: „Hölle, das sind die anderen.“ Er meinte die körperliche und geistige Bedrängung durch die Mitmenschen. Hölle, das ist körperliche und geistige Unfreiheit, körperliche und seelische unerträgliche Schmerzen, Leiden und Siechtum, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, Frage nach dem Himmel. Religion Hier geht es um die Frage nach dem Ursprung der Welt und des Universums sowie um die Bewältigung der Gegenwart und Zukunft. An der wissenschaftlichen Grundlage der Evolutionstheorie von Darwin gibt es kaum einen vernünftigen Zweifel. Auch der Evolutionstheoretiker muss anerkennen, dass es eine niemals wirklich erklärbare allmächtige Kraft gibt, die am Ursprung der Entstehung der Unendlichkeit von Zeit und Raum steht, dem Entstehen der Ordnung der physikalischen Kräfte, der chemischen Abläufe, der biologischen Entwicklung irdischen Lebens bis zur Intelligenz des menschlicher Wesens. Wer an die unfassbare Größe einer göttlichen Macht glaubt, muss folgerichtig feststellen, dass diese göttliche Macht auch die Voraussetzung und Schöpfung der Evolution ist und nicht ein alternativer Gegensatz. Grundlage aller Weltanschauungen sollten die Anerkennung wissenschaftlicher Erkenntnisse wie auch die Anerkennung der Menschenrechte sein, die recht gut in den Verfassungen und der Menschenrechtscharta verankert sind. Sehr gut gefällt die buddhistische Version zur Gottesfindung, wonach es auf dem Weg zu einem Höchstmaß an Erleuchtung verschiedene Entwicklungsstufen gibt. Die Weiterentwicklung von Geist und Moral auf dem Weg der Erleuchtung ist ständiges Bestreben. Die letzte Erkenntnis wie auch die Erklärung der Unendlichkeit von Zeit und Raum wird es nie geben. Glück und Freude, Hass und Neid, Glücksgefühl und Enttäuschung sind alle wie in einem Marmorkuchen miteinander verwoben, wobei die Beigaben bei den einzelnen Menschen unterschiedlich dosiert sind. Die Glücksforschung wird in den kommenden Jahren eine wesentliche Position einnehmen. Tatsache ist, dass die Fähigkeit, glücklich zu sein, bei den Menschen unterschiedlich verteilt ist. Abgesehen von Faktoren wie Reichtum, Schönheit, Gesundheit, Erfolg, Fähigkeit zum Zufriedensein, spielen offensichtlich chemische Vorgänge bei den Spiegel-Neuronen im menschlichen Gehirn eine sehr wesentliche Rolle. Glücksgefühle sind untrennbar verbunden mit Träumen, Fantasien und dem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Dies setzt ein hohes Maß an Gefühlsfähigkeit voraus. Großes Theater, Oper oder Schauspiel, Dichtung, Musik aller Stilrichtungen, Comedy und Kabarett sind Ausdruck höchster Gefühle von Freude und Überschwang, aber auch von Tragik und Trauer. Gemeinschaftserlebnisse bei Musikveranstaltungen profaner oder mystischer Art sind Höhepunkte im Leben. Neben dem Ess- und Trinkgenuss ist natürlich die Erotik Spielplatz höchster Glücksgefühle. Liebe und Erotik haben zu allen Zeiten Dichter und Sänger zu höchsten Meisterleistungen der Gefühlsentfaltung gebracht. Der Minnegesang im Mittelalter, das Fensterln im bajuwarisch-österreichischen Raum, die Ritter in den Märchen, die schier unüberwindliche Hindernisse bezwingen, um die Herzallerliebste zu gewinnen, sind Ausdruck dieses Bereichs höchster Glücksgefühle. Mönche in Klöstern haben sich jahrhundertelang mit Peitschen gezüchtigt, Nonnen und Äbtissinen haben sich körperliche Verletzungen beigebracht, um mit dem körperlichen Schmerz sexuelle Lust zu unterdrücken, verbotene sexuelle Handlungen innerhalb der Klöster waren die natürliche Folge mit Missbrauch von jungen Nonnen und jungen männlichen Klosterinsassen. Ähnliches passierte innerhalb kirchlicher Gemeinschaften. Angesichts der Vielschichtigkeit und Vielfalt der Problematik gibt es mit Sicherheit keine Patentlösungen. In jedem Falle muss Abschied genommen werden von der Tabuisierung und dem Verbotsdenken. Eine offene vielschichtige Diskussion zu diesem Fragenkreis ist längst überfällig. Ein weites Feld, das noch im Urstadium der Brandrodung steht. Was derzeit auf dem Finanzmarkt in geordnete Bahnen zu bringen versucht wird, wird mit gnadenloser Härte auf dem Gebiet der Bevölkerungsexplosion die Menschheit in die allergrößte Schwierigkeit bringen. Helmut Schmidt ist seit Jahren ein kaum gehörter Prediger in der Wüste. In der Bibel heißt es: „wachset und mehret Euch“, es heißt aber nicht: „machet die Erde kaputt“. Die Wälder sterben, der Fischbestand in den Meeren geht dramatisch zurück, die Ressourcen der Menschheit werden aufgebraucht, dramatisch ansteigende soziale Konflikte führen zu unkontrollierbaren Verteilungskämpfen. Natürlich ist es eine herausragende menschliche Verpflichtung, ärmeren Ländern und den dort aufwachsenden Kindern zu helfen. Dies ist ein hochrangiges Gebot. Bei aller Hochachtung, ständiger Hilfsbereitschaft, Respekt und Liebe für die auf der Welt wandelnden Kinder ist es ein toplogisches und zwingendes Gebot, die Geburten im allervordersten Interesse aller zu regulieren. Derzeit sechs Milliarden oder bald acht Milliarden Menschen verträgt die Welt. Aber es geht bedrohlich weiter in Richtung 10 oder 20 Milliarden. Dann beginnt das Chaos Falls der Vatikan seine bisherige Haltung zur Kondombenutzung und somit zur Eindämmung der schrecklichen Aids-Krankheit wie auch zur Verhütung ungewollter Empfängnis aufrechterhält, sollte er als Zeichen seiner Geisteshaltung und Nächstenliebe in den Vatikanischen Gärten ein Camp für 100 an Aids erkranke afrikanische Mütter und Kinder errichten, um täglich einen Blick auf die dort bestehenden Lebensverhältnisse zu werfen, die im Bereich der Mitverantwortung liegen. Bischöfliche Gegner der Verhütung und der Aidsbekämpfung sollten ein freiwilliges soziales Jahr in einem Aidskrankenhaus in Afrika im besten Geiste christlicher Nächstenliebe absolvieren. Das würde die Glaubwürdigkeit erhöhen. Die österliche Fußwaschung sollte dann bei Aidskranken durchgeführt werden. So hätte auch Jesus gehandelt. Verhütung ist nicht die Lösung des Problems, aber in jedem Fall eine unverzichtbare Verbesserung der gesundheitlichen und bevölkerungspolitischen Verhältnisse. Hier schließt sich wieder der Kreis der Unvereinbarkeit des ungebremsten Bevölkerungswachstums mit nicht leistbarem wirtschaftlichen Wohlstand. Junge Menschen flüchten aus traumhaften Gebirgstälern, aus fantastischen einsamen Landschaften, weg von Trauminseln, um in fremdländischer Umgebung, in staubigen Industrielandschaften, in Chemiewerken oder Atomkraftwerken, unter lebensgefährlichen Verhältnissen als Bergarbeiter für mehr eigenen Wohlstand und den Wohlstand der Familie und mehr Konsum zu arbeiten.
Liebe Leser! Gerne können Sie zusätzlich dieses Buch auch auf derwww.wagner-verlag.de/bewerten Seite bewerten - um weitere Leser auf dieses Buch aufmerksam zu machen. Wir danke Ihnen für Ihre Bemühungen, Ihr Wagner Verlag Team LeserstimmenInfo!Aktuelle Bewertung: |